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jan.-dez. 2007, 2007
Atomkraft keine Lösung im Kampf gegen
Klimawandel
Nur Erneuerbare Energien schaffen Sicherheit
London/Wien (pte/02.05.2007/13:55) - Eine heute, Mittwoch, von
Greenpeace http://www.greenpeace.at veröffentlichte Studie der
University of Greenwich zeigt, dass sich Atomenergie nicht dazu
eignet, den globalen Klimawandel zu stoppen. Einer der
wesentlichen Gründe gegen die Atomkraft ist die Tatsache, dass
der Anteil der Kernkraft derzeit nur 16 Prozent der weltweiten
Energieversorgung darstellt. Sollte die Atomenergie tatsächlich
einen relevanten Beitrag zur Reduktion der
Treibhausgas-Emissionen liefern, wären mindestens tausend neue
Atomkraftwerke nötig. Und das ist schon allein aufgrund der
Gesamtkosten dieses Plans sowie der langen Bauzeiten vollkommen
unrealistisch, rechnet auch das Massachusetts Institute of
Technology MIT vor.
"Ein weiterer Grund, der gegen die Kernkraft spricht, ist die
immer noch ungeklärte Frage nach der Endlagerung des Atommülls",
wie der Energie-Experte von Greenpeace-Österreich, Jurrien
Westerhof, gegenüber pressetext erklärt. Die
Elektrizitätsversorgung mache global gesehen nur etwa ein
Drittel der CO2-Emissionen aus. "Derzeit sind weltweit 440
Atomreaktoren in Betrieb. Das sind um vier weniger als noch
2002." Der Bericht rechnet zudem vor, dass Atomkraftwerke sehr
teuer sind und schon allein deshalb inmitten eines
liberalisierten Strommarktes kaum eine Chance haben. "In der
Regel werden die geplanten Baukosten um 300 Prozent
überschritten und zusätzlich dazu gibt es immer wieder
Verzögerungen beim Bau." Das finnische Kraftwerk Olkiluoto, das
derzeit errichtet wird, habe nach 16 Monaten Bauzeit bereits
eine prognostizierte Verzögerung von anderthalb Jahren, gibt
Westerhof zu bedenken. Die Bauzeit eines Atomkraftwerkes betrage
im Schnitt rund zehn Jahre. Dabei sei die Planungsphase noch gar
nicht berücksichtigt. Somit würde auch eine starke Offensive im
Atomkraftwerksbau auf alle Fälle viel zu spät klimatische
Auswirkungen haben.
"Seit den 1990er Jahren sucht die Atomindustrie mit zunehmender
Verzweiflung nach Bauaufträgen, und nun hofft man, im
Klimawandel endlich ein neues Argument für die Nutzung der
Atomkraft gefunden zu haben", meint Westerhof. "Die
tatsächlichen Gründe für den Klimawandel liegen aber nicht
einmal in der Stromversorgung, sondern im Verkehrssektor und in
der Abholzung der Urwälder. Will man also wirklich etwas gegen
den Klimawandel unternehmen, dann muss hier angesetzt werden.
Atomkraft ist nur eine Scheinlösung, noch dazu für das falsche
Problem", erklärt Westerhof abschließend im
pressetext-Interview.
Nur erneuerbare Energiesysteme sind in der Lage den wachsenden
Bedarf an Energie zu decken. Jeder Dollar, der in die Erhöhung
der elektrischen Energieeffizienz fließt, vermag sieben Mal
besser CO2 einzusparen als jeder Dollar, der in die Atomkraft
investiert wird. Es gibt keine Energieknappheit, denn es fällt
täglich mehr Energie auf die Erde herab, als die 5,9 Mrd.
Menschen in 27 Jahren verbrauchen können. Allein die Windenergie
der Nordsee kann doppelt soviel Energie herstellen als die
angrenzenden Staaten brauchen. Die Investition in erneuerbare
Energieträger rechne sich zudem deutlich schneller, da die
Errichtung von Windparks rascher vor sich gehe. Nach
Berechnungen des deutschen Bundesverbandes Wind-Energie
http://www.wind-energie.de hat die Windenergie in Deutschland
innerhalb einer Dekade mehr Strom hergestellt, als die
Atomkraftwerke in derselben Zeitperiode. Greenpeace zeigt sich
in der Studie überzeugt davon, dass die meisten erneuerbaren
Energieträger innerhalb der kommenden zehn bis 15 Jahre mit den
konventionellen mithalten können, obwohl die konventionelle
Energieproduktion immer noch kräftig subventioniert wird.
"Atomkraftwerke werden nie in der Lage sein, eine
Versorgungssicherheit zu erreichen, da das vorhandene Uran als
Primärenergieträger bei weitem nicht ausreicht, um alle fossilen
Brennstoffe wie Öl, Kohle und Gas zu substituieren", meint der
Energieexperte Hans Kronberger im pressetext-Interview.
Natürlich gelten auch alle anderen Argumente, wie sie in dieser
Studie aufgezeigt werden. "Experten haben jedoch auf diesen
wesentlichen Versorgungsengpass mit Uran hingewiesen", erklärt
Kronberger abschließend. (Ende)
Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
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